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Hier findet ihr meine kurz gefassten Gedanken zu allen möglichen

Fotografiethemen oder auch mal zu anderen Thematiken, je nachdem wie ich gerade

Lust und Laune habe …

 

„Anfänger“ Thema #1: In Kamera oder Objektive investieren?

Als Anfänger stellt man sich häufig die Frage ob man eher Geld in eine teure Kamera investieren sollte oder ob man eher in Objektive investiert (falls geldtechnisch nicht beides möglich ist). Ich habe dazu eine ganz klare Meinung und versuche euch diese kurz und knackig zu erläutern. Ich würde definitiv jedem Anfänger empfehlen eher in ein oder zwei hochwertigere Objektive zu investieren, als sich beispielsweise direkt eine Vollformatkamera zu kaufen. Sprich: Bevor man sich eine teuere Kamera kauft, lieber mit einer etwas günstigeren Kamera (400-700 €) starten und zusätzlich zum Kitobjektiv noch ein hochwertigeres Objektiv kaufen (250-500 €). Bevor ich lange drum herum laber, kommen hier meine Argumente:

  1.  Ein Crop-Sensor (günstiger als Vollformat) reicht für Anfänger und Fortgeschrittene vollkommen aus. Die Auflösung ist groß genug, selbst für eine ausgiebige Nachbearbeitung.
  2. Objektive können auch mit einer neuen Kamera noch genutzt werden. Dafür muss natürlich beim Kauf auf die Kompatibilität mit der (potenziell) späteren Wunschkamera geachtet werden.
  3. Hochwertige Objektive (zum Beispiel offenblendige Festbrennweiten mit entsprechender Abbildungsschärfe) werten eure Bilder viel mehr auf als ein größerer Sensor.

Das sind meine Hauptargumente und Erfahrungen. Die Entscheidung liegt bei euch! Nur eins steht fest: „wer billig kauft, kauft zweimal“ und „Klasse statt Masse“. Sprich: Haltet euer Startequipment eher klein aber dafür hochwertig. Investiert am Anfang lieber etwas mehr in ein oder zwei hochwertige Objektive als euch gleich alles mögliche an billigem Equipment zuzulegen.

 

 

„Anfänger“ Thema #2: Facebook, Instagram oder doch Homepages und Co.?

Häufig möchten Hobbyfotografen ihre Fotografien anderen Menschen im Internet zeigen. Es stellt sich nur die Frage über welches Medium ihr eure Fotos mit der Öffentlichkeit teilt. Ich habe gerade 80 Seiten Bachelorarbeit über die verschiedenen Plattformen geschrieben, weshalb ich nur kurz auf die Vor- und Nachteile der Plattformen eingehen werde bzw. erläutere wie ich selbst das ganze Thema handhabe.

Facebook: Sehr große Reichweite, Möglichkeit relativ schnell Freunde und Bekannte zu erreichen, sehr geringe relative Reichweite durch Facebook-Algorithmus.

Instagram: Mittlere Reichweite mit steigendem Potenzial, Möglichkeit der schnelleren internationalen Verbreitung der Inhalte durch Hashtags, hohe relative Reichweite, ist eher eine „Lifestyle Plattform“.

Twitter: Mittlere Reichweite mit steigendem Potenzial, auch hier verbreiten sich Inhalte oft schneller international, keine ausführlichen Texte möglich, mittlere relative Reichweite, Plattform in Deutschland bei Fotografen wenig verbreitet.

500px: Geringe Reichweite mit wachsendem Potenzial, hohe Qualität der Fotos, sehr übersichtlich, reine Fotografenplattform, sehr hohe relative Reichweite, in Deutschland bei Amateurfotografen (noch) wenig verbreitet.

Homepages: Reichweite hängt von vielen Faktoren ab (Wiederkehrende Besucher, Suchmaschinenranking, Einbindung auf anderen Plattformen), hohe Qualität der Fotos möglich, viel Arbeit, ideale und individuelle Präsentationsfläche.

 

So mache ich es: Eine Mischung der versch. Plattformen ist hier ideal. Facebook, 500px und eine eigene Homepage in Kombination sorgen für hohe Reichweiten. Die meiste Arbeit und gleichzeitig auch die einzigen Kosten stecken hier in der Homepage. Die anderen Plattformen sind leicht zu bedienen und kostenlos. Übernehmt euch aber am Anfang nicht. Es gilt eine nach der anderen Internetpräsenz aufzubauen, nicht alle gleichzeitig. Erstens seid ihr so nicht jede freie Minute damit beschäftigt eure Profile zu aktualisieren und zweitens könnt ihr so etwaige Erfolge auf euren Plattformen nutzen, um folgende Plattformen schon direkt nach der Erstellung zu pushen, indem ihr diese über eure bereits bestehenden Präsenzen verbreitet.

Wichtig zu bedenken: Vergesst das Thema kostenpflichtige Werbung zur Verbreitung eure Seiten… das generiert nur „tote Likes“, die euch nichts bringen. Am Anfang wachsen Seiten häufig schnell durch Freunde und Bekannte, nicht verzweifeln, wenn dann nach einer gewissen Zeit ein „Sättigungspunkt“ eingetreten ist. Erwartet nicht, dass ihr als Anfänger gleich tausende Likes auf eure Seiten und Fotos bekommt 😉 Kontinuität in der Veröffentlichung eurer Beiträge ist das wichtigste! Und vor allem: Niemals penetrant in irgendwelchen Gruppen oder auf sonstigen Plattformen Werbung für eure Seiten machen! Das verärgert die Leute und sonst gar nichts.

Scheut euch nicht, eure Fotos auch als Anfänger zur Diskussion zu stellen. Nobody ist perfect. Man darf auch Fotos veröffentlichen die nicht „perfekt“ sind :) Also let´s go!

 

 

„Anfänger“ Thema #3: Lightroom oder Photoshop?

Spätestens nachdem man als Fotografie-Neuling die Vorteile von RAW erkannt hat, stellt sich die Frage nach einem geeigneten Bearbeitungsprogramm. Die Angebotspalette in diesem Bereich ist riesig. Wer schon mal „RAW-Konverter“ bei einer Suchmaschine seiner Wahl eingegeben hat, weiß das. Doch nicht jeder RAW-Konverter ist gleich. Ich selbst habe erstmal ein paar Monate die mitgelieferte Software von Canon benutzt, um meine Bilder ein wenig aufzuwerten. Danach hat sich die Frage gestellt: erstmal Lightroom oder doch gleich Photoshop? Naja… ich benutze drei Jahre später immer noch ausschließlich Lightroom^^ Habe nie einen Sinn für Photoshop im Amateurbereich gesehen. Ich würde jedem der lediglich „leichte“ Veränderungen bzw. Optimierungen an Bildern vornehmen möchte Lightroom empfehlen. Das Programm bietet mit seiner aktuellsten Version nahezu alle erdenklichen Funktionen. Eine (bei fortgeschrittenen Fotografen) beliebte Funktionen bietet es im Gegensatz zu Photoshop jedoch nicht. Nämlich die „Ebenen-Funktion“. Doch diese halte ich bei Fotografie-Einsteigern sowieso für überflüssig. Solltet ihr euch (anfangs) nur auf Lightroom beschränken wollen, so habt ihr die Möglichkeit euch LR entweder als DVD-Version zu kaufen (ca. 120€) oder die Adobe-Cloud-Version für ca. 15€ monatlich zu buchen. Bei letzterer Variante habt ihr dann aber unweigerlich Photoshop mit dabei. Natürlich seid ihr dadurch nicht gezwungen es zu nutzen, jedoch bezahlt ihr es unnötigerweise mit. Hier könnt ihr ja ganz leicht gegenrechnen, was sich für euch eher rentiert.

So habe ich es gemacht (und es hat zu ganz guten Ergebnissen geführt :P): Erstmal ein paar Monate mit einem reinen RAW-Konverter gearbeitet und die Funktionen des Programms und Auswirkungen auf das Bild kennengelernt. Danach auf LR umgestiegen und von den Ergebnissen neue Motivation bekommen :) Letztendlich gab es bei mir keinen weiteren Schritt bisher, da LR mit den jüngsten Versionen (Updates) alle erdenklichen Bearbeitungsfunktionen dazubekommen hat. Photoshop halte ich entsprechend für „überflüssig“ im Hobby-Bereich.

Dennoch ist mit PS ehrlich gesagt schon noch einiges mehr möglich als mit LR. Wer sich also immer weiter entwickeln möchte, der kommt früher oder später nicht an Photoshop vorbei. Trotzdem würde ich nicht zu früh mit diesem Programm arbeiten, da es einen, besonders am Anfang, häufig überfordern kann. Doch egal wie eure Entscheidung bezüglich der Software ausfällt, arbeitet euch langsam durch die verschiedenen Funktionen. Nicht gleich alles auf einmal ausprobieren. Lernt, wie die verschiedenen Einstellungen sich aufeinander auswirken und was sie mit dem Bild machen. Erst wenn ihr ein Programm vollkommen ausgereizt habt und es „beherrscht“, lohnt sich ein „Aufstieg“ zu einem komplizierteren und umfangreicherem Programm. So viel zu diesem Thema und meinen Erfahrungen. Übrigens: alle Bilder, die ihr hier auf der Seite sehen könnt sind ausschließlich mit LR bearbeitet worden.

 

 

„Anfänger“ Thema #4: Das große Geld mit Stockfotografie (Fotolia und Co.)?

Eins vorab: es geht hier nicht darum Stöcke im Wald zu fotografieren… sondern um einschlägige Plattformen (wie z.B. Fotolia), welche Bilder von Privatpersonen zum Verkauf anbieten. Ich erkläre mal kurz das Prinzip: Privatpersonen können sich auf diesen Plattformen anmelden und ihre „besten“ Fotos in die Datenbank des Anbieters einpflegen. Nach einem kurzen Datencheck erhält man dann meist die vielversprechende Benachrichtigung, dass das eigene Foto nun weltweit zur Verfügung steht und gekauft werden kann. „GEIL EY“ denkt man sich da als Anfänger vielleicht noch. Spätestens wenn man sich allerdings die anfänglich extreeeem niedrigen Verkaufspreise anschaut (höchstens ein paar Cent pro Lizenz), merkt man was abgeht. Selbst wenn sich hunderte Menschen auf diesem Planeten denken würden „joa, heute habe ich Bock ausgerechnet dieses Foto von diesem Menschen zu kaufen, um es gewerblich oder öffentlich privat nutzen zu können“, dann hätte man trotzdem nur 1-2 € verdient. Vor Steuern. Mit der Zeit verspricht euch der Anbieter dann höhere Verkaufspreise und bessere Auffindbarkeit in den Datenbanken. Aber ganz ehrlich… vergesst es direkt. Selbst wenn ihr mal ein echtes Knallerbild einstellt (Businessbilder von Anzugträgern gehen immer gut), dann bekommt ihr vielleicht 10-20€ für die EXKLUSIV-Lizenz. Glückwunsch. Ihr habt 10€ damit verdient, dass eine Firma euer Bild und alle abgebildeten Personen bis zur Unkenntlichkeit und bis in alle Ewigkeit misshandeln kann. Oder sanfter ausgedrückt: die können damit machen was sie wollen. Statt einen hunderte Euro teuren Fotograf zu beauftragen, um Bilder von (beispielsweise) dem Bürogeschehen in der Firma zu machen, kaufen die Firmen oft einfach ein Bild auf einer Stockfotografie-Plattform und klatschen das auf ihre homepage. Juckt ja kein Mensch, dass da ganz andere Räume und Menschen drauf zu sehen sind. Hauptsache billig an nen seriöses Bild gekommen. Wiederholten Glückwunsch an alle Beteiligten.

Bei Privatpersonen genau das Gleiche: wer sich nen schickes Landschaftsfoto an die Wand hänge will und bei Posterjack oder anderen Anbietern kein entsprechendes Vorlagenbild findet, der stößt früher oder später auch auf eine Stock-Plattform. Für 10ct schnell nen Bild gekauft und anschließend für 10€ bei Posterjack bestellt. Ich kann mich nur wiederholen: Glückwunsch! Ihr habt jetzt ein 10,10€ teures Bild an der Wand hängen, an dem ein Fotograf stundenlang gesessen ist und wofür er tausende Euro in Equipment investiert hat.

Also: bietet keine Fotos dort an, BITTE. Es ist verschwendete Lebenszeit und das beste Beispiel für die immer schlimmer werdende Billiggesellschaft. Eine handvoll Fotografen kann von der ganzen Geschichte leben und die würdet ihr natürlich auch unterstützen wenn ihr deren Bilder kauft. Aber eins kann ich euch versichern: ihr werdet nie zu dieser „handvoll“ gehören 😉 Also nutzt die gesparte Zeit und fangt etwas sinnvolles damit an :)

 

 

„Anfänger“ Thema #5: Unscharfen Hintergrund erzeugen

Viele Neueinsteiger wollen den „coolen“ Effekt des unscharfen Hintergrunds erzeugen, da es vor allem dieser Look ist, der (scheinbar) bei Betrachtern den Unterschied zwischen „Knipserei“ und Fotografie ausmacht. Ein Bild mit unscharfem Hintergrund wirkt automatisch professionell. Zumindest denken das viele Leute und wenn der Effekt an der richtigen Stelle eingesetzt wird, beispielsweise in der Portraitfotografie, dann erzielt er eine durchaus gute Wirkung, da sich der Blick des Betrachters damit lenken lässt. Das Auge betrachtet nämlich automatisch die scharfen Bereiche des Bildes zuerst. Abgesehen von der Lenkung des Blicks, wird durch den Schärfeverlauf aber auch ein plastischeres Bild erzeugt. Doch wie lässt sich der unscharfe Hintergrund bzw. Vordergrund erzeugen? Hier sind verschiedene Parameter wichtig: Der Abstand zum Objekt (z.B. Person), die Einstellung der Blende und die Brennweite. Hier die daraus resultierenden verschiedenen Möglichkeiten:

  1. Den Abstand zum zu fotografierenden Objekt verringern (Dabei auf die Naheinstellgrenze des Objektivs achten)
  2. Die Blende maximal öffnen, sprich die kleinstmögliche Blendenzahl wählen
  3. Die Brennweite des Objektivs vergrößern, sprich näher heran zoomen

Diese 3 Möglichkeiten lassen sich selbstverständlich kombinieren. Probiert es einfach aus und achtet immer darauf, stets nur einen Parameter zu verändern, um die Auswirkungen der einzelnen Faktoren beobachten zu können und Lerneffekte zu erzielen. Eine interessante Möglichkeit ist es auch, sowohl den Vordergrund, als auch den Hintergrund eines Motivs unscharf werden zu lassen. Als Beispiel kann man bei einem Portraitshooting statt dem klassischen Aufbau (Model, Hintergrund), auch folgenden Bildaufbau wählen (Vordergrund, Model, Hintergrund). Man könnte beispielsweise eine Mauer, eine Wiese oder einen Zweig zwischen Das Bildmotiv und das Objektiv bringen. Diese Variante bringt zusätzliche Tiefe bzw. eine höhere Plastizität ins Bild. Viel Spaß beim ausprobieren :)